Mobile Pferdezahnpraxis

Keep in Balance-Keep in Motion

Zahnbehandlung in Anbetracht der Biomechanischen Aspekte

ZAHNARTEN

Bei Säugetieren gibt es vier Zahnarten: Schneidezahn, Eckzahn (Hengstzahn/Fangzahn), Vorbackenzahn und Backenzahn.

Sie unterscheiden sich in der Regel in Form und/oder Funktion. Eine Ausnahme bildet dabei der Vorbackenzahn des Pferdes. Er entspricht in Form und Funktion dem Backenzahn (molarisiert).

Schneidezahn (Dens incisivus)

Das Pferd besitzt insgesamt 12 Schneidezähne, 6 im Unterkiefer und 6 im Oberkiefer. Sie haben alle Milchzahnvorgänger. Der Zahnwechsel findet mit 2,5Jahren (q01/IC1), 3,5Jahren (q02/IC2) und 4,5Jahren (q03/IC3) statt.

Beim Pferd schneiden sie weniger (verlieren schnell den Kontakt bei seitlicher Kieferverschiebung), sondern klammern/klemmen/quetschen/schaben mehr. Sie greifen damit kürzeres Gras, gelegentlich auch Kollegen oder Menschen. Sie können daher auch als Waffe eingesetzt werden.

Schneidezähnen nehmen nicht am zermahlen der Nahrung teil.  

Hengstzahn (Dens caninus)

Männliche Pferde besitzen 4 Hengstzähne. Sie befinden sich hinter den Schneidezähnen, in der Lade (Ansonsten Zahnloser Bereich zwischen Schneidezähne und (Vor)Backenzähnen). Stuten haben häufig keine, ab und zu ein bis vier kleinere, selten aber auch gut ausgebildete, wo mancher Hengst vor Neid erblassen würde.

Es sind eigentliche Kampfzähne, die dem Gegner erhebliche Verletzungen zufügen können.

Vorbackenzahn (Dens praemolaris)

Backenzahn (Dens molaris)

Das Pferd besitzt insgesamt 12 Vorbackenzähne (Dentes praemolares/p2-p4/q06-q08), also drei pro Backenzahnreihe. Der erste Vorbackenzahn ist in der Regel nicht angelegt, kommt aber als Rudiment, als sogenannter Wolfszahn vor.

Vorbackenzähne haben Milchzahnvorgänger. Zusammen mit den Backenzähnen sind sie am Mahlvorgang, Futterzerkleinerung beteiligt. Vom Aussehen her sind sie den Backenzähnen gleich.

Es gibt ebenfalls 12 Backenzähne (Dentes molares/m1-m3/q09-q11). Es gibt drei pro Backenzahnreihe. Sie liegen hinter den Vorbackenzähnen und bilden mit diesen eine funktionale Einheit, quasi ein Zahn!